Was kostet Brezzels? Provision, Auszahlung und Gebühren
Für Creator ist Brezzels kostenlos — die Plattform verdient am Umsatz. Die Startseite nennt „standardmäßig 80 %, nach Abzug von 10 % Paymentgebühren“. Die AGB sind genauer: Dieser Prozentsatz greift auf den Betrag nach Abzug von Mehrwertsteuer, Kosten und Gebühren. Von dem, was ein Fan zahlt, kommt also spürbar weniger an als 80 %. Ausgezahlt wird monatlich ab einem Mindestbetrag von derzeit 50 Euro, per Banküberweisung oder Paxum.
Die Provision: was wirklich in den AGB steht
Auf der Startseite beantwortet Brezzels die Frage „Wie viel Geld kann ich verdienen?“ so:
Standardmäßig erhalten Creator 80 %, nach Abzug von 10 % Paymentgebühren.
Der Satz lässt offen, worauf sich die 80 Prozent beziehen. Die AGB klären es in Ziffer 5c eindeutig:
Es handelt sich um einen Prozentsatz des nach Abzug von Mehrwertsteuer, Kosten und Gebühren bereinigten Zahlungsbetrages des Fans.
Damit steht die Reihenfolge fest — und die Mehrwertsteuer kommt zuerst. Dass sie überhaupt anfällt, ergibt sich aus Ziffer 3e der AGB: „Alle Preise verstehen sich inklusive der jeweils gesetzlich geltenden Mehrwertsteuer.“ Was der Fan im Checkout sieht, ist also brutto.
Die Rechnung an einem Beispiel
Ein deutscher Fan zahlt 100 Euro. Angesetzt sind 19 Prozent Mehrwertsteuer und die von Brezzels genannten 10 Prozent Paymentgebühren:
| Schritt | Betrag | Quelle |
|---|---|---|
| Fan zahlt (brutto) | 100,00 € | AGB 3e |
| abzüglich 19 % Mehrwertsteuer | − 15,97 € | AGB 5c |
| abzüglich 10 % Paymentgebühren | − 8,40 € | FAQ |
| bereinigter Betrag | 75,63 € | AGB 5c |
| davon 80 % für den Creator | 60,50 € | FAQ + AGB 5c |
Das ist eine Rechnung, keine Zusage. Drei Größen schwanken: der Mehrwertsteuersatz hängt vom Land des Fans ab, welche „Kosten und Gebühren“ Brezzels konkret ansetzt, steht nur im Konto, und der Prozentsatz selbst ist nicht für alle gleich. Die Größenordnung ist trotzdem die richtige — und sie liegt deutlich unter den 80 Prozent, die die Startseite nahelegt.
Verbindlich ist allein dein Konto. Die AGB sagen, wo die Zahlen stehen: Provisionshöhe und die anfallenden Kosten und Gebühren werden nach Freischaltung in der Kontoübersicht angezeigt, zu jeder Auszahlung gibt es ein Abrechnungsdokument zum Download. Wer den echten Wert für die eigene Kalkulation braucht, teilt in einer realen Abrechnung den ausgezahlten Betrag durch den Bruttoumsatz desselben Zeitraums.
Der Satz ist verhandelbar
Ein Punkt, den die Startseite nicht erwähnt und der für Agenturen der wertvollste in den ganzen AGB ist: „Die Höhe der Provisionen kann zwischen einem Creator und Brezzels auch individuell vereinbart werden.“ (Ziff. 5d) Die 80 Prozent sind der Standardwert, nicht die Obergrenze. Wer mehrere Creator mit relevantem Volumen einbringt, hat einen Verhandlungsgrund — und sollte ihn nutzen, bevor das erste Profil freigeschaltet wird: Mit der ersten Freigabe gilt die hinterlegte Provision laut denselben AGB als vereinbart.
Auszahlung: Rhythmus, Mindestbetrag, Wege
- Rhythmus: einmal im Monat für den jeweils vorangegangenen Monat, automatisch, sobald das Profil für die Auszahlung freigeschaltet ist.
- Mindestbetrag: derzeit 50 Euro. Die AGB nennen bewusst keine feste Zahl, sondern „den jeweils gültigen Mindestauszahlungsbetrag“ aus dem Konto — er kann sich also ändern. Beträge darunter bleiben stehen und werden spätestens bei Kündigung des Kontos ausgezahlt.
- Wege: Banküberweisung oder Paxum. Manche Methoden lösen zusätzliche Gebühren aus, auf die Brezzels laut AGB keinen Einfluss hat.
- Konto muss auf den Creator laufen. Brezzels akzeptiert nur Bankkonten und Auszahlungsmethoden, die auf den Namen des Creators geführt werden — „es sei denn etwas anderes ist individuell gesondert vereinbart“. Für Agenturen, die zentral abrechnen wollen, ist das die Klausel, über die man vorher sprechen muss.
- Verifizierung vorab: Auszahlungsweg hinterlegen und die Adresse nachweisen — per Ausweis mit Adresse, Meldebescheinigung oder aktueller Nebenkostenabrechnung.
Abgerechnet wird im Gutschriftverfahren: Brezzels stellt die Rechnung im Namen des Creators aus. Dafür müssen vor der ersten Auszahlung Steuerstatus, vollständiger Name, aktuelle Adresse und Steuer- beziehungsweise Umsatzsteuernummer vorliegen — mit Belegen. Fehlen sie zum Auszahlungstermin, wird nicht ausgezahlt. Für die korrekte Versteuerung der Einnahmen ist der Creator selbst verantwortlich.
Drei Klauseln, die Geld kosten können
Diese drei stehen nur in den AGB, nicht in der FAQ — und sie treffen Agenturen härter als einzelne Creator, weil sie über viele Profile zugleich wirken.
1. Rückbuchungen werden zurückgeholt — bis ins Minus
Erstattet ein Fan eine Zahlung oder bucht sie zurück, zieht Brezzels die dafür bereits gutgeschriebene Provision vom aktuellen Auszahlungsbetrag ab, samt eventueller Rückbuchungskosten. Und dann der Satz, den man gelesen haben sollte: „Sollten die Abzugsposten die Höhe Ihres aktuellen Auszahlungsbetrags übersteigen, kann der Auszahlungsbetrag negativ sein und der Creator schuldet Brezzels den entsprechenden Betrag.“ Wer Chattern bereits Provision auf einen Umsatz ausgezahlt hat, der später zurückgebucht wird, trägt die Differenz selbst.
2. Holdbacks
Brezzels darf Provisionen „für einen angemessenen Zeitraum für die Auszahlung sperren (Holdbacks oder rollierende Provisionen), um das Stornorisiko der Transaktionen zu berücksichtigen“. Ein Teil des Umsatzes kann also später kommen als der Monatsrhythmus vermuten lässt.
3. Einbehalt während einer Prüfung
Untersucht Brezzels einen möglichen AGB-Verstoß, kann das Provisionsguthaben für die Dauer der Prüfung ganz oder teilweise einbehalten werden.
Zusammen mit dem Monatsrhythmus heißt das für die Liquiditätsplanung: Zwischen einem Verkauf und dem Geld auf dem Konto liegen im Normalfall bis zu fünf Wochen, im Ausnahmefall länger. Wer Chatter wöchentlich oder auf Provisionsbasis bezahlt, geht so lange in Vorleistung.
Die Bedingung, die leicht übersehen wird
Brezzels knüpft zwei der drei Einnahmequellen an eine Aktivitätsbedingung. Im Support steht es konkret: Trinkgelder und der Verkauf von Inhalten über Feed und Messenger bleiben nur aktiv, wenn jeden Monat mindestens drei Beiträge mit Medien im Feed veröffentlicht werden. Die AGB formulieren es allgemeiner — Bezahlfunktionen können an „eine Mindestaktivität in Profil oder Messenger und/oder über eine Mindestanzahl von Medien-Postings in einem bestimmten Zeitraum“ geknüpft sein, nachzulesen nach dem Login im Benutzermenü. Die konkrete Zahl kann sich also ändern.
Das trifft ausgerechnet die Profile, die still laufen sollen — der Creator im Urlaub, das Archiv-Profil, der Account, der nur über den Messenger monetarisiert wird. Fällt die Bedingung weg, bricht nicht das Abo weg, wohl aber der Teil, der bei aktiv betreuten Profilen meist den größeren Umsatz macht. Drei Feed-Posts pro Monat und Creator gehören deshalb fest in den Redaktionsplan, nicht in die Kategorie „wenn Zeit ist“. Wer länger inaktiv ist, riskiert außerdem, dass Brezzels laufende Fan-Abos pausiert oder kündigt.
Was Fans zahlen
Einen Plattformpreis für Fans gibt es nicht. Die Kosten setzen sich zusammen aus dem monatlichen Abo, dessen Preis der Creator selbst festlegt, sowie optional einzelnen Inhalten, Content-Paketen und Trinkgeldern. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.
Bei den Zahlungswegen weichen die Angaben auseinander: Der Support-Artikel nennt Sofortüberweisung, Kreditkarte und Lastschrift, die Startseite bewirbt zusätzlich PayPal, Apple Pay und „alle gängigen Karten“. Der Support-Artikel ist älter — im Zweifel gilt, was im Checkout tatsächlich angeboten wird. Als Zahlungsdienstleister nennen die AGB Epoch EU Limited, Stripe Payments Europe und PayPal (Europe). Für den deutschen Markt ist vor allem die Lastschrift relevant: Sie ist laut Brezzels bei deutschen Kunden die bevorzugte Methode und die Alternative für alle ohne Kreditkarte.
Was ohne Aufpreis dabei ist
Über die Monetarisierung hinaus nennt Brezzels mehrere Leistungen, die im Umsatzanteil enthalten sind und nicht separat berechnet werden:
- Leak-Takedown — ein Dienst, der laut Anbieter rund um die Uhr nach geleakten Inhalten sucht und deren Löschung veranlasst.
- Wasserzeichen, sichtbar und unsichtbar (von Brezzels als Invisimark bezeichnet).
- Vorplanung von Beiträgen und Messenger-Broadcasts.
- Persönliche Betreuung über ein Creator-Success-Team.
Betreiber ist die Brezzels GmbH, Dr.-Hermann-Neubauer-Ring 32, 63500 Seligenstadt — für Agenturen mit deutscher Buchhaltung ein praktischer Punkt, weil Rechnungsstellung und Datenschutz nach deutschem und EU-Recht laufen.
Lohnt sich Brezzels?
Die Konditionen sind marktüblich, sobald man sie richtig liest. Zum Vergleich: OnlyFans behält nach eigener Angabe 20 Prozent ein — dort wird die Mehrwertsteuer ebenfalls vorher abgezogen, die Rechnung sieht also strukturell ähnlich aus. Der Unterschied entscheidet sich deshalb nicht an der Provision, sondern an der Reichweite, und die ist auf Brezzels deutschsprachig geprägt. Für Creator mit deutscher Fanbase ist das ein Vorteil, für englischsprachige Profile ein Nachteil.
Der ehrlichste Rat: Rechne nicht mit den 80 Prozent von der Startseite, sondern mit deiner ersten echten Abrechnung. Und verhandle den Satz, bevor du das erste Profil freischaltest.
Wenn du gerade Plattformen vergleichst, ist auch Was ist 4based? relevant — dieselbe Zielgruppe, dieselbe Mechanik, andere Konditionen.
Für Agenturen: was Brezzels selbst nicht abdeckt
Brezzels ist auf den einzelnen Creator ausgelegt. Wer mehrere Profile betreut, stößt an dieselben Grenzen wie auf jeder Plattform: ein Login pro Creator, geteilte Zugangsdaten im Chatter-Team, Umsätze, die niemand zusammenführt, und Schichten, die von Hand abgerechnet werden. Dazu kommen hier die Drei-Posts-Regel und die Rückbuchungs-Klausel, die beide pro Creator einzeln überwacht werden wollen.
Fusion Panel ist das erste Agentur-CRM mit Brezzels-Anbindung: alle Creator in einer Oberfläche, Chatter-Zugriff ohne Passwort-Weitergabe, Umsätze über alle Plattformen in einem Dashboard. Mehr dazu auf Brezzels CRM für Agenturen.
Häufige Fragen
Kostet Brezzels für Creator etwas?
Die Registrierung als Creator ist kostenlos, eine monatliche Grundgebühr gibt es nicht. Brezzels verdient ausschließlich über den Anteil am Umsatz. Einzelne Auszahlungsmethoden können laut AGB zusätzliche Gebühren auslösen, auf die Brezzels keinen Einfluss hat.
Wie hoch ist die Provision bei Brezzels?
Die Startseite nennt „standardmäßig 80 %, nach Abzug von 10 % Paymentgebühren". Die AGB sind genauer: Es handelt sich um einen Prozentsatz des nach Abzug von Mehrwertsteuer, Kosten und Gebühren bereinigten Zahlungsbetrages des Fans. Von 100 Euro, die ein deutscher Fan zahlt, bleiben damit rund 60 Euro beim Creator — nicht 80. Verbindlich ist die Kontoübersicht im eigenen Brezzels-Account.
Ist die Provision bei Brezzels verhandelbar?
Ja. Die AGB halten ausdrücklich fest, dass die Höhe der Provisionen zwischen einem Creator und Brezzels auch individuell vereinbart werden kann. Die 80 Prozent sind der Standardwert, nicht die Obergrenze. Wichtig: Mit der ersten Freigabe des Profils gilt die hinterlegte Provision als vereinbart — verhandeln also vorher.
Was passiert bei Rückbuchungen?
Erstattet ein Fan eine Zahlung oder bucht sie zurück, zieht Brezzels die bereits gutgeschriebene Provision samt eventueller Rückbuchungskosten vom nächsten Auszahlungsbetrag ab. Übersteigen die Abzüge das Guthaben, wird der Auszahlungsbetrag negativ und der Creator schuldet Brezzels die Differenz. Zusätzlich darf Brezzels Provisionen zeitweise sperren (Holdbacks), um das Stornorisiko abzudecken.
Ab welchem Betrag zahlt Brezzels aus?
Der Mindestbetrag liegt derzeit bei 50 Euro. Die AGB nennen bewusst keine feste Zahl, sondern den jeweils gültigen Mindestauszahlungsbetrag aus dem Konto — er kann sich also ändern. Ausgezahlt wird einmal im Monat für den vorangegangenen Monat, automatisch. Beträge unter der Grenze bleiben stehen und werden spätestens bei Kündigung des Kontos ausgezahlt.
Wie wird bei Brezzels ausgezahlt?
Per Banküberweisung oder über Paxum. Das Konto muss laut AGB auf den Namen des Creators laufen, sofern nichts anderes individuell vereinbart ist — für Agenturen, die zentral abrechnen wollen, ist das der Punkt, über den vorher gesprochen werden muss. Vor der ersten Auszahlung ist eine Verifizierung nötig: Auszahlungsweg hinterlegen und die Adresse nachweisen, etwa mit Ausweis samt Adresse, Meldebescheinigung oder einer aktuellen Nebenkostenabrechnung. Abgerechnet wird im Gutschriftverfahren; ohne Steuerstatus und Steuernummer erfolgt keine Auszahlung.
Was kostet Brezzels für Fans?
Den Abopreis bestimmt jeder Creator selbst; dazu kommen optional einzelne Inhalte, Content-Pakete und Trinkgelder. Bezahlt wird laut Brezzels per Sofortüberweisung, Kreditkarte und Lastschrift; auf der Startseite werden zusätzlich PayPal und Apple Pay genannt.
Gibt es bei Brezzels versteckte Bedingungen?
Eine Bedingung wird leicht übersehen und kostet im Zweifel bares Geld: Trinkgelder und der Verkauf von Inhalten bleiben laut Brezzels nur aktiv, wenn jeden Monat mindestens drei Beiträge mit Medien im Feed veröffentlicht werden. Für Agenturen heißt das: diese drei Posts gehören fest in den Redaktionsplan.
- Brezzels-AGB (app.brezzels.com → Rechtliches → AGB) — Ziff. 3e (Preise inkl. MwSt.), 4b (Aktivitätsbedingung), 5b (Gutschriftverfahren), 5c (Bemessungsgrundlage der Provision), 5d (individuell verhandelbar), 6b (Rückbuchungen, negatives Guthaben), 6c (Holdbacks), 6e (Konto auf Creator-Namen), 6f (Gebühren einzelner Auszahlungswege), 6g (Rhythmus und Mindestbetrag), 7a (Einbehalt während einer Prüfung).
- brezzels.com — FAQ „Wie viel Geld kann ich auf Brezzels verdienen?“ (80 % / 10 %) und Zahlungsmethoden auf der Startseite.
- support.brezzels.com — „Was sind die Auszahlungsbedingungen?“ (50 € Mindestbetrag), „Wie kann ich auf Brezzels Geld verdienen?“ (drei Medien-Posts pro Monat), „Welche Bezahlmethoden stehen meinen Fans zur Verfügung?“, „Wie funktioniert die Auszahlungs-Verifizierung?“.
- Betreiber laut AGB und Impressum: Brezzels GmbH, Dr.-Hermann-Neubauer-Ring 32, 63500 Seligenstadt.